Rohrdommel
Rohrdommel (Botaurus stellaris).
Das Gefieder der Rohrdommel ist eine aussergewöhnlich wirksame Tarnung im Schilf. Jede einzelne Feder ist in Farbe, Zeichnung, Länge und Stellung genau aufeinander abgestimmt, sodass das gesamte Federkleid die Struktur der Schilfhalme perfekt nachahmt. Nichts wirkt zufällig: Erst das präzise Zusammenspiel aller Federn macht die Tarnung so vollkommen. Männchen und Weibchen sind gleich gefärbt. Bei Gefahr nimmt die Rohrdommel die sogenannte Pfahlstellung ein, wodurch ihre Konturen vollständig verschwimmen und sie für Feinde nahezu unsichtbar wird. Diese Feinabstimmung von Form, Farbe und Verhalten verweist auf die Weisheit und Sorgfalt von Gottes Schöpfung. Die Tarnung der Rohrdommel ist kein blosser Zufall, sondern ein Beispiel dafür, wie vollkommen Gottes Werk selbst in den kleinsten Details ausgeführt ist.
Die Rohrdommel ernährt sich vor allem von Fischen, Fröschen und Wasserinsekten, seltener auch von Reptilien und Kleinsäugern. Im Frühjahr sind die dumpfen Balzrufe der Männchen bis zu fünf Kilometer weit zu hören, was ihren Namen wie Moorochse oder Wasserochse eingebracht hat. Sie ist überwiegend nacht- und dämmerungsaktiv und daher tagsüber selten zu beobachten. Rohrdommeln sind Nesthocker und leben nicht streng monogam. Bekannt sind Fälle, in denen ein Männchen mit drei bis fünf, vereinzelt sogar bis zu sieben brütenden Weibchen verpaart ist. Die Nester liegen oft sternförmig um das Revier des Männchens angeordnet. Die Männchen beteiligen sich weder an der Brut noch an der Aufzucht der Jungen. Ihre Aufgabe beschränkt sich auf die Revierverteidigung. Das Weibchen übernimmt alles allein: Nestbau, Bebrütung der Eier und die Versorgung der Küken.
Länge: 70–80 cm / Spannweite: 125–135 cm / Gewicht: 900–1100 g