Turmfalke
Der Turmfalke (Falco tinnunculus) ist der häufigste Falke Mitteleuropas und in der Schweiz sowohl im Flachland als auch im Berggebiet weit verbreitet. Er besiedelt offene Kulturlandschaften, Wiesen, Felder, Waldränder sowie Siedlungen und brütet häufig an Kirchtürmen, Felswänden oder Gebäuden. Anders als viele andere Greifvögel baut er kein eigenes Nest, sondern nutzt Felsnischen, Gebäudenischen oder verlassene Nester anderer Vogelarten. Besonders auffällig ist sein charakteristischer Rüttelflug. Dabei bleibt der Turmfalke in einer Höhe von etwa 10 bis 20 Metern nahezu regungslos in der Luft stehen und hält mit seinem ausgezeichneten Sehvermögen nach Beute Ausschau. Hat er ein Beutetier entdeckt, stösst er im Sturzflug präzise zu. Seine Nahrung besteht hauptsächlich aus Kleinsäugern, insbesondere Wühlmäusen. Daneben erbeutet er auch kleine Singvögel, Eidechsen, Frösche, grosse Insekten und gelegentlich Regenwürmer. Ein freilebender Turmfalke benötigt täglich etwa ein Viertel seines Körpergewichts an Nahrung. Das Zugverhalten des Turmfalken ist unterschiedlich. Dank zahlreicher Beringungen weiss man, dass je nach Herkunftsgebiet sowohl Standvögel als auch Strich- und Zugvögel vorkommen. Ob ein Turmfalke im Winter bleibt oder nach Süden zieht, hängt vor allem vom Nahrungsangebot und den Witterungsbedingungen in seinem Brutgebiet ab. Die Brutzeit beginnt meist im April. Das Weibchen legt in der Regel drei bis sechs Eier, die während 28 bis 30 Tagen überwiegend vom Weibchen bebrütet werden. In dieser Zeit versorgt das Männchen seine Partnerin mit Nahrung. Nach dem Schlüpfen füttern beide Eltern die Jungvögel, die nach etwa vier bis fünf Wochen flügge werden, jedoch noch einige Zeit von den Altvögeln betreut werden. Länge: 32-35 cm / Spannweite: 71-80 cm / Gewicht: 190-300 g / Bestand CH: (2025) 7'000-11'000 Paare.
Foto oben: Turmfalke Weibchen bei Tschlin, Unterengadin auf etwa 1600 MüM. auf Beutejagt. 28.07.2026