Braunkelchen

Das Braunkehlchen (Saxicola rubetra ist ein Bewohner offener, frischer bis feuchter Wiesenlandschaften mit einzelnen Sträuchern oder Gehölzen als Sitzwarten. Von dort aus hält es Ausschau nach seiner Beute und erbeutet vor allem Insekten, Würmer, Schnecken und Spinnen. Im Herbst ergänzen zudem Beeren und Samen seinen Speiseplan. Als Langstreckenzieher verbringt das Braunkehlchen den Winter südlich der Sahara. Erst Ende April kehrt es in seine Brutgebiete zurück und macht sich bereits ab Mitte August wieder auf den weiten Rückflug nach Afrika. Die Zeit für die Jungenaufzucht ist deshalb kurz, sodass in der Regel nur eine Brut pro Jahr erfolgt. Die Brutzeit erstreckt sich von Mai bis August. Während der Brutzeit bevorzugt das heute selten gewordene Braunkehlchen feuchte Wiesen mit mehrjährigem Pflanzenbestand sowie krautreiche Flächen, wie sie beispielsweise entlang von Bächen und Gräben zu finden sind. Sein gut verstecktes Nest baut es am Boden unter einem Grasbüschel. Die angrenzenden mageren, blütenreichen Wiesen bieten ein reichhaltiges Angebot an Insekten und sind für die Nahrungssuche unverzichtbar. Das Braunkehlchen zählt zu den besonders empfindlichen Bodenbrütern. Intensive Landwirtschaft, eine ungeeignete Bodenbearbeitung sowie zu frühes oder häufiges Mähen führen oft dazu, dass Nester und Jungvögel zerstört werden. Der Erhalt extensiv bewirtschafteter Wiesen und Feuchtgebiete ist deshalb entscheidend für das Überleben dieser charakteristischen Vogelart. Der einst weit verbreitete Bodenbrüter kommt daher fast nur noch in höheren Lagen in den Alpen und im Jura vor. Bestand CH: 6'000-9'000 Paare. Länge: 12-14 cm / Spannweite: 24-25 cm / Gewicht: 16-24 g / Höchstalter CH:  6 bis 7 Jahre. 

Foto oben: Braunkelchen Adult und Jungvogel. Lej da Gravatscha, Sameden, Oberengadin. 26.07.2026

Foto oben: Kaltbrunnerreid 07.08.2026