Kampfläufer
Der Kampfläufer (Calidris pugnax) ist ein besonders auffälliger Vogel. In seiner Vielfalt und seinem komplexen Verhalten zeigt sich die beeindruckende Kreativität Gottes als Schöpfer. Besonders bemerkenswert ist das aussergewöhnlich differenzierte Paarungsverhalten dieser Art, bei dem drei unterschiedliche "Typen" von Männchen auftreten: Mit einem Anteil von etwa 80 bis 85 % stellen die sogenannten „Residenten“ oder „Independents“ die grösste Gruppe dar. Diese Männchen tragen einen dunklen oder bunt gefärbten Kragen. Sie besetzen kleine, feste Reviere innerhalb der Balzarena (Lek) und verteidigen diese energisch gegen Rivalen. Etwa 10 bis 15 % der Männchen gehören zum Typ der „Satelliten“. Sie besitzen kein eigenes Revier, halten sich jedoch in der Nähe der Revierbesitzer auf und werden von diesen geduldet. Dadurch erhöhen sich die Paarungschancen für beide Seiten. Die raffinierteste Strategie zeigen die sogenannten „Faeder-Männchen“ (1 bis 5 %). Sie sehen den Weibchen täuschend ähnlich und können sich so unbemerkt in die Reviere einschleichen, um sich fortzupflanzen. Ein Männchen behält seinen Typ – sowohl hinsichtlich Färbung als auch Verhalten – ein Leben lang bei. Ein Wechsel, etwa vom Satelliten zum Revierbesitzer, ist nicht möglich. Kampfläufer sind Langstreckenzieher und überwintern vom tropischen Afrika bis nach Südostasien. Nach ihrer Rückkehr versammeln sie sich auf Balzplätzen, die oft über viele Jahre hinweg genutzt werden. Leider brütet diese Art heute nicht mehr in der Schweiz. Die Fotos zeigen die Durchzieher im Übergang vom Winter- ins Prachtkleid. Männchen lassen sich dabei gut am rötlichen Schnabelansatz erkennen, während Weibchen einen braunen Schnabel haben. Grösse: 20–30 cm / Spannweite: 45–60 cm / Gewicht: 70–230 g.
Fotos oben: Nerracherreid 25.04.2025
Fotos oben: Neeracherried 01.04.026
Fotos oben: Neeracherried 26.03.2026