Aspisviper (Juraviper)

Die Juraviper (Vipera a. aspis) ist eine Unterart der Aspisviper (Vipera aspis) und leicht an ihrer meist grauen oder braunen Grundfarbe mit einer quer versetzten Balkenzeichnung gut zu erkennen., Sie misst eine länge von  60 bis 85 cm – wobei Männchen grösser als Weibchen werden. Sie ist eine standorttreue Schlange, die überwiegend tagaktiv lebt. Ihr Tag beginnt häufig mit einem intensiven Sonnenbad; extreme Hitze und Wind meidet sie jedoch. Bei Störungen flieht sie meist sofort. Wird sie jedoch überrascht oder in die Enge getrieben, zeigt sie ein deutliches Warnverhalten: Sie rollt sich zusammen, hebt den Vorderkörper an und zischt laut hörbar, bevor sie zur Verteidigung zubeisst.  Als geduldige Lauerjägerin ernährt sie sich primär von Kleinsäugern wie Mäusen und Ratten, erbeutet aber auch Vögel, Eidechsen und Frösche. Ihr Gift ist eine komplexe Mischung aus Toxinen, die das Nerven- und Herz-Kreislauf-System angreifen, was sie zu einer der gefährlichsten Schlangen Europas macht. Ein verbreiteter Irrglaube ist, dass man die Tiere durch Stampfen oder Vibrationen vertreiben kann. Tatsächlich wird der Fluchtreflex fast ausschliesslich durch visuelle Reize ausgelöst. Als wechselwarmes Tier, das die Temperatur der Aussenwelt annimmt, sind für sie besonders gut besonnte Lebensräume wichtig, um eine Körpertemperatur von 27 bis 33 Grad Celsius zu halten. Die Wintermonate von Mitte Oktober bis Mitte März verbringt sie in einer Winterstarre, meist in unterirdischen Verstecken in etwa acht bis zehn Zentimetern Tiefe. In der Schweiz ist diese Schlangenart vom Aussterben bedroht.

Foto oben: 27.04.2026 Jura, in der Nähe vom Aarau / Nordöstlichste Population in der Schweiz (Standort vertraulich)