Krähenscharbe

Die Krähenscharbe: Der dunkle Klippentaucher des Meeres ist auf den Inseln Europas sowie in Teilen Afrikas und Asiens zu Hause, gehört jedoch biologisch nicht zu den Raben, sondern zur Familie der Kormorane. Im Lateinischen trägt die Krähenscharbe heute den Namen Gulosus aristotelis nach dem berühmten griechischen Philosophen Aristoteles. Dies weil Aristoteles nicht nur ein Philosoph war, sondern auch einer der ersten grossen Naturforscher der Antike. In seinem Werk Historia Animalium („Geschichte der Tiere“) beschrieb er vor über 2300 Jahren als Erster diesen spezifischen Küstenvogel detailliert. Das Wort Gulosus bedeutet übersetzt „gefrässig“ – ein Augenzwinkern in Richtung des guten Appetits dieses Jägers. Die Krähenscharbe liebt das raue Meer. Ihre Kinderstuben errichtet sie in lockeren Kolonien an steilen, oft völlig unzugänglichen Meeresklippen, geschützt vor Feinden. Bei der Partnerwahl lassen sich die Vögel etwas Zeit und setzen auf serielle Treue. Während die Männchen mit drei Jahren bereit für das erste Gelege sind, lassen sich die Weibchen meist bis zum vierten Lebensjahr Zeit. Krähenscharben führen eine monogame Saisonehe. Das bedeutet: Für eine Brutsaison bleibt man sich treu. Geht die Brut allerdings verloren, wird nicht lange getrauert – das Paar trennt sich oft und sucht sich für den nächsten Versuch neue Partner. Ihr gesamtes Verhalten ist perfekt an das Leben im Ozean angepasst. Krähenscharben sind exzellente Schwimmer und absolute Meistertaucher. Auf der Jagd nach Fischen gleiten sie elegant an der Wasseroberfläche entlang, um dann blitzschnell abzutauchen. Angetrieben von ihren kräftigen Schwimmfüssen, jagen sie als pfeilschnelle Unterwasser-Torpedos durch das offene Meer. Grösse: 66–76 cm / Spannweite: ca. 122 cm.