Regenbrachvogel

Der Regenbrachvogel (Numenius phaeopus) wird im deutschsprachigen Raum traditionell auch „Gewittervogel“, „Regenwolf“ oder „Wasserwolf“ genannt, da seine markanten Rufe im Volksglauben oft als Vorboten für Regen und Schlechtwetterfronten galten. Im Vergleich zum Großen Brachvogel ist er mit einer Körperlänge von 37–45 cm, einer Spannweite von 78–88 cm und einem Gewicht von 270–450 g etwas kleiner. Er besitzt kürzere Beine sowie einen kürzeren, gleichmäßiger gekrümmten Schnabel. Da der Regenbrachvogel seine Nahrung vorwiegend visuell ortet, jagt er meist an der Oberfläche nach Krebsen, Würmern und Insekten. Seinen langen Schnabel setzt er dabei im Schlamm oder Flachwasser äußerst effektiv ein. Als ausgeprägter Langstreckenzieher legt der Vogel eindrucksvolle Wanderungen zwischen seinen nördlichen Brutgebieten und den weitläufigen Überwinterungsquartieren auf der Südhalbkugel zurück. Ausserhalb der Brutzeit ist der Regenbrachvogel sehr sozial und lebt in grossen Schwärmen, was die Nahrungssuche optimiert und Schutz vor Feinden bietet. Zur Fortpflanzungsphase kehren die Paare in ihre Brutgebiete zurück, wo sie ein markantes Balzverhalten zeigen.