Eiderente
Die Eiderente (Somateria mollissima) ist eine grosse, kräftig gebaute Meerente, die an den Küsten der Nordhalbkugel heimisch ist. Mit einer Körperlänge von 50 bis 71 cm, einer Flügelspannweite von 80 bis 108 cm und einem Gewicht von etwa 1'900 bis 2'200 g zählt sie zu den grössten Entenarten Europas. Eiderenten sind gesellige und tagaktive Vögel mit ausgeprägten Tauchfähigkeiten. Den grössten Teil ihrer Nahrung bilden Muscheln bis zu einer Grösse von etwa 40 Millimetern. Daneben fressen sie Schnecken, kleine Krebstiere und – im Gegensatz zu den meisten anderen Entenarten – auch Fische. Die Muscheln werden mitsamt ihren Schalen verschluckt. In ihrem aussergewöhnlich kräftigen Kaumagen werden die Schalen zerkleinert; die unverdaulichen Reste würgt die Ente später als Speiballen wieder aus. Überschüssiges Salz aus der Nahrung scheidet sie über spezielle Salzdrüsen oberhalb des Schnabels aus. Bei der Nahrungssuche nutzt die Eiderente die Gezeiten gezielt aus. Während der Ebbe erreicht sie Nahrungsgründe, die ihr bei Flut verborgen bleiben, und kann so besonders effektiv nach Beute suchen. Berühmt ist die Eiderente vor allem wegen ihrer aussergewöhnlich weichen und wärmespeichernden Daunen. Mit diesen polstert das Weibchen sein Nest aus, um Eier und Jungvögel vor Kälte zu schützen. Ein Daunennest enthält durchschnittlich nur rund 20 Gramm dieses kostbaren Materials. Nach der aufwendigen Reinigung bleiben davon lediglich etwa 1,5 Gramm verwertbare Daunen übrig. Für ein Kilogramm handelsüblicher Eiderdaunen werden daher die Daunen von rund 700 Nestern benötigt – ein Grund dafür, dass Eiderdaunen zu den wertvollsten Naturfasern der Welt zählen.