Fichtenkreuzschnabel

Der Fichtenkreuzschnabel (Loxia curvirostra) ist ein faszinierender Vogel, der in der Schweiz ganzjährig in Nadelwäldern bis an die Baumgrenze vorkommt. Seine auffällige Färbung reicht bei den Männchen von leuchtendem Rot bis Orangerot, während die Weibchen überwiegend matte Gelb-, Oliv- und Grüntöne tragen. Aufgrund dieser vielfältigen Farbpalette wird er oft als «Papagei der Berge und Nadelwälder» bezeichnet. Trotz seiner teilweisen leuchtenden Farben bleibt er im Halbdunkel des Waldes meist erstaunlich unauffällig. Sein auffälligstes Merkmal ist der überkreuzte, gebogene Schnabel. Mit diesem Spezialwerkzeug kann er die Samen aus den Zapfen von Nadelbäumen geschickt herauslösen. Dabei ist genetisch festgelegt, ob sich die Schnabelspitzen nach links oder nach rechts kreuzen – beide Varianten kommen etwa gleich häufig vor. Die Nahrung besteht hauptsächlich aus Samen von Nadelbäumen. Ergänzend frisst der Fichtenkreuzschnabel auch Knospen, Blüten sowie in geringerem Umfang Insekten und Spinnen. Schätzungen zufolge benötigt ein erwachsener Vogel täglich zwischen 1'000 und 4'000 Koniferensamen. Der Fichtenkreuzschnabel gehört zu den wenigen Vogelarten, die praktisch das ganze Jahr über brüten können. Der Beginn der Brutzeit richtet sich dabei nicht nach der Jahreszeit, sondern nach dem verfügbaren Nahrungsangebot. Häufig beginnt die Brut bereits im Spätherbst oder Winter, wenn die Samen der Nadelbäume reif sind. Die Hauptlegezeit liegt in der Regel zwischen Dezember und Mai, kann jedoch je nach Witterung und Samenangebot variieren. Gebrütet wird bevorzugt in den Baumkronen hoher Nadelbäume. Im Flachland ist der Fichtenkreuzschnabel nur selten anzutreffen.  Länge: 16-18 cm / Spannweite: 27-30 cm / Gewicht: 28-40 g / Höchstalter CH: ca. 4 bis 5 Jahre.

Foto oben: Eine kleine Gruppe von Fichtenkreuzschnabel auf der Alp Champatsch oberhalb Lü (Val Münstair) auf rund 2000 MüM. 20.07.2026