Waldlaubsänger
Der Waldlaubsänger (Phylloscopus sibilatrix) ist die grösste der in Mitteleuropa heimischen Laubsängerarten. Er bewohnt lichte, strukturreiche Laub- und Mischwälder mit alten Buchen oder Eichen und einem eher lückigen Unterwuchs. In der Schweiz ist er von April bis September anzutreffen. Die Hauptbrutzeit dauert von Mai bis Juli. Sein gut getarntes, backofenförmiges Nest baut der Waldlaubsänger aus Gräsern, Halmen und Blättern direkt am Boden, sorgfältig zwischen Gräsern oder im Bodengestrüpp versteckt. Das Weibchen legt meist fünf bis sieben Eier und übernimmt den grössten Teil der Brut. Nach dem Schlüpfen werden die Jungen von beiden Eltern mit Nahrung versorgt. Der Waldlaubsänger ernährt sich hauptsächlich von Insekten, Spinnen und deren Larven. Seine Beute sammelt er geschickt von Blättern und Zweigen im Kronendach oder fängt sie mit kurzen, wendigen Flügen. Im Herbst ergänzt er seine Nahrung gelegentlich mit Beeren. Als Langstreckenzieher überwintert der Waldlaubsänger in den tropischen Regenwäldern und Feuchtsavannen der Äquatorzone Afrikas. Sein Wegzug beginnt bereits im Spätsommer. Zugrichtung und Zugverhalten sind angeboren. Bemerkenswert ist, dass der Waldlaubsänger zu den wenigen kleinen Singvogelarten gehört, die die Sahara auf direktem Weg überqueren. Länge: 12-13 cm / Spannweite: 20-24 cm / Gewicht: 7-12 g / Höchstalter CH 2 bis 3 Jahre / Diese Vogelart gilt als gefährdet. Geschätzter Bestand: 1'600-6'000 Paare.
Foto oben: Waldlaubsänger, Lej da Gravatscha, Sameden, Oberengadin. 26.07.2026